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2017-02-02 12:45:00

Wie sich René Rast virtuell auf die neue Saison vorbereitet

Wie sich René Rast virtuell auf die neue Saison vorbereitet

René Rast steht 2017 vor seiner ersten kompletten DTM-Saison. Für Audi war der 30-Jährige bereits im vergangenen Jahr bei drei Rennen als Ersatzfahrer im Einsatz. Um sich so gewissenhaft wie möglich auf die bevorstehenden Aufgaben vorzubereiten, nutzt Rast unter anderem die virtuelle Welt. Zuhause ist nicht selten der Simulator sein Arbeitsplatz. DTM.com hat mit ihm über seine Leidenschaft für „Computerspiele“ gesprochen.

 

René, wir sind über ein Video gestolpert, das Du in sozialen Netzwerken gepostet hast. Dort war eine Runde auf dem Hockenheimring am Computer zu sehen. Wie viel Zeit investierst Du „virtuell“ in die Saisonvorbereitung?

Als Rennfahrer hat man ja gerade im Winter viel Zeit. Da setze ich mich fast täglich in meinen Simulator, um zu fahren. Je näher die Saison kommt, wird es dann weniger. Aber ich versuche auch dann noch, möglichst viele Runden zu drehen.

Welchen Stellenwert hat die Arbeit im Simulator für Dich?

Diese Art der Vorbereitung macht mir persönlich sehr viel Spaß. Man bleibt einfach drin und schärft die Sinne.

Wie bereitest Du Dich ansonsten in der rennfreien Zeit auf die Saison vor?

Nach der Saison ist erst einmal für ein paar Tage Pause angesagt, um das Jahr ausklingen zu lassen. Danach schraube ich relativ schnell das Sportprogramm wieder hoch. Ich mache sehr viel Ausdauertraining, um fit zu sein. Daneben habe ich mir im Winter jetzt speziell sehr viele Videos, zum Beispiel auf YouTube, angeschaut. Ich habe versucht, alles was irgendwie mit der DTM zu tun hat, aufzusaugen wie ein Schwamm.

Wie nah sind Computersimulationen an der Realität?

Das kommt ganz darauf an. Wenn man im Spiel mit einem dort serienmäßigen DTM-Auto fährt, ist der Abstand zur Realität schon recht groß. Aber wenn man weiß, wie sich ein DTM-Auto in der Realität anfühlt, kann man das virtuelle Pendant vom Setup schon sehr nah an die Realität heranbringen. Die Rundenzeiten sind dann bis auf wenige Zehntelsekunden identisch. Ein echtes Rennauto kann der Simulator für mich aber nicht ersetzen. Gerade die DTM-Fahrzeuge brauchen einen besonderen Fahrstil. Und diesen kann man auch über den Simulator trainieren. Aber eben nur, wenn man auch das Original kennt. Ein Laie kann nicht einfach in ein DTM-Auto steigen und ist auf Anhieb schnell. Das braucht Erfahrung.

Was fehlt Dir in der Simulation am meisten?

Das ‚Popometer’ fehlt einfach. Ein echtes Rennauto ist ständig in Bewegung und das spürt man im ganzen Körper. Übersteuern zum Beispiel merkt man in der Realität sehr schnell; im Simulator weniger. Da gibt es nur das Force-Feedback über das Lenkrad, was viel feinfühliger ist.

Wie schaut es mit dem virtuellen Fahrzeug-Setup aus? Bist Du in dieser Beziehung ein Technik-Nerd?

Ich investiere schon Zeit in das virtuelle Setup, aber nicht Stunden. Wie in der Realität fahre ich aus der Box, verändere dann ein paar Kleinigkeiten und schaue, dass das Fahrverhalten möglichst dem Original entspricht. Mein Ziel ist aber am Ende, viele Runden zu fahren und meine Konzentration zu schulen.

Ist es für Dich einfacher, virtuell die Limits auszuloten?

Klar. Im Spiel kann man von Beginn an Vollgas geben und nimmt dabei billigend in Kauf, auch mal im Kiesbett oder in der Mauer zu landen. Das machst Du im richtigen Leben natürlich nicht, denn man will das Auto ja nicht unnötig beschädigen oder sogar nachhaltig zerstören. Im Spiel klickt man auf Neustart und es geht von vorne los.

Fährst Du auch virtuelle Rennen gegen andere Spieler?

Früher habe ich das oft gemacht. Vor drei, vier Jahren bin ich online Meisterschaften gefahren. Aber das ist sehr speziell und nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Um gegen die echten Cracks im virtuellen Racing anzukommen, muss man sehr viel Zeit investieren. Das war eine sehr schöne Zeit damals, ist heute aber nicht mehr drin.

Wie ist es, wenn Du nach einer intensiven virtuellen Vorbereitung dann zum ersten Mal im Rennauto sitzt? Beispielsweise auf einer für Dich in der Realität neuen Rennstrecke?

Du wirst lachen, es fühlt sich genauso an, wie im Simulator. Ich habe mich schon häufig im Simulator auf neue Rennstrecken vorbereitet. Und wenn Du dann aus der Box rausfährst, war das Gefühl, als ob ich schon zwei Rennen dort gefahren wäre. Das ist wirklich eins zu eins übertragbar. Klar, man muss das Vorwissen einige Runden lang adaptieren und speziell schauen, wo Bodenwellen sind und wie die Gripverhältnisse sind. Danach kann man direkt loslegen und sich auch real an das Limit heranzutasten.

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